Zimmer, Alois

* 18.05.1896 Weiten/Kreis Saarburg
† 11.04.1973 Trier

Jurist, Minister, Dr. jur., rk.

bis 1914 Volksschule und Humanistisches Gymnasium in Trier
1914-1918 Kriegsdienst
1918-1921 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn
1921 Gerichtsreferendar in Bad Honnef, danach Regierungsreferendar am Landratsamt Bad Kreuznach
1924 Promotion in Bonn
1924 Regierungsassessor in Berlin und Siegburg
1925-1928 Regierungsassessor in Marienwerder/Ostpreußen
1928-1933 Landrat im benachbarten Stuhm
1938-1947 Gutsverwalter in Grünhaus/Trier, dazwischen Kriegsdienst und Gefangenschaft
1945 CDU
1946 Mitglied der Beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz
1947-1951 Regierungspräsident in Montabaur
1946-1959 Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz
1947-1951 Vorsitzender der CDU-Fraktion
1950-1962 Mitglied des CDU-Bundesvorstands
1951-1957 Innen- und Sozialminister von Rheinland-Pfalz
1957-1965 Mitglied des Deutschen Bundestages

Biographischer Werdegang

An Saar und Mosel, Weichsel und Rhein spielt die Lebensgeschichte Zimmers. Im katholischen Trier sozialisiert, bemühte er sich vor 1933 als preußischer Landrat östlich der Weichsel im Kreis Stuhm, der an den „Korridor" grenzte, um ein vernünftiges Auskommen mit der polnischen Minderheit. Von den Nationalsozialisten abberufen und schließlich 1938 mit 42 Jahren in den Wartestand entlassen, zählte Zimmer 1945 zu den Mitgründern der CDU in Trier. Der Verwaltungsfachmann wurde eine der führenden Persönlichkeiten, die das neue Land Rheinland-Pfalz erfolgreich aufbauten. Auf eine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten verzichtete er 1947 zugunsten Peter Altmeiers. Zimmer engagierte sich besonders für die Vertriebenen, die ökumenische Zusammenarbeit, die deutsch-französische Aussöhnung und die europäische Idee. Er war seit 1922 verheiratet und hatte vier Kinder.

Theo Schwarzmüller