Berlin-Umzug der Bundesregierung

Seit 1945 war die ehemalige Reichshauptstadt Berlin zwischen den Siegermächten des 2. Weltkriegs geteilt. Während die DDR den sowjetischen Sektor als „Hauptstadt der DDR" beanspruchte, konzentrierte die Bundesrepublik Deutschland sich auf Wirtschaftshilfe für West-Berlin. Aufgrund der Vorbehalte der westlichen Verbündeten durften die Berliner Abgeordneten im Bundestag den Bundeskanzler nicht mitwählen.

Mit der Wiedervereinigung stellte sich die Frage nach der Hauptstadt des vereinigten Deutschland neu. Die Meinungen gingen quer durch alle Parteien: Während die Befürworter Bonns die außenpolitische Zurückhaltung der „alten" Bundesrepublik mit dem langjährigen Regierungssitz im rheinisch-entspannten Bonn verbanden, argumentierten die Unterstützer Berlins damit, dass dann die Abgeordneten die Probleme der neuen Länder viel direkter erfahren würden. Helmut Kohl plädierte - bei aller Sympathie für Bonn - für Berlin. Nach der Entscheidung im Bundestag für Berlin vom 20. Juni 1991 wurde der Strukturwandel in Bonn mit einem großzügigen Förderprogramm des Berlin-Bonn-Gesetzes unterstützt. Außerdem sind etliche Ministerien und Dienststellen des Bundes in Bonn verblieben.

Literaturhinweis

Küsters, Hanns Jürgen: Der Bonn/Berlin-Beschluss vom 20. Juni 1991 und seine Folgen, in: HPM 19 (2012), S. 1-24.