Köppler, Heinrich

* 26.11.1925 Hattenheim/Rheingau
† 20.04.1980 Düsseldorf

Jurist, Politiker, rk.

1932-1943 Volksschule in Oppenheim, Adam-Karillon-Gymnasium in Mainz, Staatliches Gymnasium in Wiesbaden
1943-1945 Soldat
1946 Mitglied der CDU
1946-1947 Stadtjugendführer in Wiesbaden
1946-1948 Jurastudium in Erlangen und Mainz
16.10.1948 Erste juristische Staatsprüfung
1949 Ausschussassistent beim Wirtschaftsrat der Bizone in Frankfurt am Main
1949-1950 Persönlicher Referent des Bundestagspräsidenten Erich Köhler, Ausschussassistent beim Deutschen Bundestag in Bonn
1949-1952 Diözesanjugendführer im Bistum Limburg
1950-1952 Vorsitzender des Ausschusses für Jugendrecht und Jugendpolitik im Bund der Deutschen Katholischen Jugend
1950-1953 Rechtsreferendar in der Justizverwaltung des Landes Hessen
1952-1956 Bundesführer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend
17.04.1953 Große Juristische Staatsprüfung
16.05.1953 Heirat mit Erika Therese Dernbach (1927-1996)
1954-1955 Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendringes
1954-1956 Präsident des Weltbunds der Katholischen Jugend
1956-1965 Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
1965-1968 Leiter des Außenamts beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken
1968-1980 Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
1965-1970 Mitglied des Deutschen Bundestages
1968-1969 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern
1969-1970 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
1969-1980 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Rheinland
1970-1980 Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen
1970-1980 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen
1970-1980 Vorsitzender des Präsidiums der CDU in Nordrhein-Westfalen
1971-1973 Mitglied des Bundesvorstands der CDU Deutschlands
1973-1980 Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands

Engagement in Kirche und Politik als moralische Verpflichtung

Heinrich Theodor Köppler kam am 26. November 1925 in Hattenheim im Rheingau als erster Sohn des Amtsrichters Josef Köppler und seiner Frau Maria Elisabeth, geb. Hieronimi, zur Welt. Geprägt durch das Elternhaus, das in Gegnerschaft zum Nationalsozialismus stand, und die Erfahrungen, die er als ganz junger Soldat an der Ostfront sammelte, entfaltete er nach 1945 ein vielfältiges Engagement in Kirche und Politik. Hierzu fühlte sich Köppler moralisch verpflichtet. Er gehörte einer Generation an, die aufgrund ihres Alters nicht in der Gefahr gestanden hatte, sich in der Zeit des Nationalsozialismus schuldhaft verstricken zu können, diese Jahre aber noch bewusst miterlebt hatte, insbesondere die Konsequenz des Nationalsozialismus in Gestalt des Krieges.
Sein beruflicher Weg im Nachkriegsdeutschland führte ihn zunächst nach Frankfurt am Main zum Wirtschaftsrat der Bizone, wo er als Ausschussassistent arbeitete. In gleicher Funktion war der Volljurist, der in Erlangen und Mainz studiert hatte, im ersten Deutschen Bundestag tätig. Darüber hinaus arbeitete er im Bundestag als persönlicher Referent des ersten Bundestagspräsidenten Erich Köhler. In diesen Positionen sammelte Köppler praktische Verwaltungserfahrung und gewann Einblick in politische Abläufe.
Den folgenden raschen Aufstieg in kirchlich-verbandliche und politische Führungsfunktionen verdankte Köppler nicht allein seinen Leistungen. Auf seinem Weg in die Bundesführung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend 1952, in das Generalsekretariat des Zentralkomitees der deutschen Katholiken 1956, in den Deutschen Bundestag 1965 und an die Spitze der CDU in Nordrhein-Westfalen 1969/70 waren ebenso wichtig Persönlichkeiten wie Willy Bokler, Josef Rommerskirchen, Franz Hengsbach, Karl Fürst zu Löwenstein, Josef Hermann Dufhues und Rainer Barzel, die sein Talent erkannten und es entsprechend förderten.

Führender Repräsentant der katholischen Laienbewegung in Deutschland

Köpplers Tätigkeit als Bundesführer des BDKJ von 1952 bis 1956 fiel in die Blütezeit der katholischen Jugendorganisation, die in jener Zeit als der Repräsentant der katholischen Jugend Deutschlands erschien. Ihm gelang es, die politische Verantwortung des Bundes, die schon sein Amtsvorgänger Josef Rommerskirchen so stark und mit Erfolg betont hatte, wachzuhalten. Dabei ging es ihm nicht nur um Jugendpolitik im engeren Sinne. Es ging ihm um das politische Engagement der jungen katholischen Generation in Deutschland schlechthin und nicht zuletzt darum, dieses Engagement im politischen Bereich auch wirksam werden zu lassen, wie das in der Mitarbeit beim Aufbau der Bundeswehr gelang. Große Beachtung fand in diesem Zusammenhang die Stellungnahme des BDKJ zur Frage der inneren Struktur deutscher Streitkräfte, die eine wichtige Unterstützung der Reformkräfte im Amt Blank um Graf von Baudissin und damit des Konzepts der „Inneren Führung" darstellte.
Die zahlreichen Kontakte in den kirchlichen Raum hinein, die er als Bundesführer des BDKJ in ganz (West-)Deutschland knüpfte, konnte er in seiner neunjährigen Amtszeit als Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von 1956 bis 1965 ausbauen. So entstand ein Netz von persönlichen Kontakten, auf die er während seines hauptberuflichen Engagements in der Politik immer wieder zurückgreifen konnte. Ein Beispiel hierfür sind die Überlegungen innerhalb der CDU, auf die Herausforderung von Kreuth im Jahre 1976, als die CSU die Fraktionsgemeinschaft im Bundestag aufkündigte, mit der Gründung eines CDU-Landesverbandes Bayern zu antworten. Als potentieller Geburtshelfer stand Köppler zur Verfügung, der vor allem im fränkischen Raum zahlreiche Ansprechpartner aus dem katholischen Bereich hatte.
Ein selbstbewusstes Auftreten als katholischer Laie gegenüber der Geistlichkeit zeichnete ihn als Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken aus. Unermüdlich setzte er sich für die Einheit der katholischen Laienbewegung in Deutschland ein. Dabei war es ihm ein besonderes Anliegen, auch die kleinen Gruppen und Kreise des Linkskatholizismus zu integrieren.

Politiker mit Perspektive in Bonn

Als Köppler 1965 sein Amt als Generalsekretär des ZdK aufgab und Mitglied des Deutschen Bundestages wurde, haftete ihm das Image des „Berufskatholiken" an, der angeblich so schwarz war - schwarz im Sinne von katholisch -, dass er selbst im Kohlenkeller Schatten warf. Dabei widerlegten seine liberalen Positionen in den Fragen der Reform des Ehescheidungsrechts sowie der Novellierung des § 175 StGB („einfache Homosexualität"), die er als Mitglied in dem Bundestagssonderausschuss für die Strafrechtsreform in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre vertrat, genau dieses Bild.
In der Unionsfraktion im Bundestag galt er als ein aufstrebender junger Politiker, dem in den 1970er Jahren eine große Karriere in Bonn bevorzustehen schien. Mit der Übernahme des Vorsitzes der CDU Rheinland im November 1969 und damit des mitgliederstärksten CDU-Landesverbandes hatte er sich eine entsprechende Hausmacht verschafft. Doch er sollte seine politische Karriere, die mit seiner Berufung zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern 1968 und mit seiner Wahl zu einem der Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach der Bundestagswahl 1969 so verheißungsvoll begonnen hatte, nicht in Bonn, in der Bundespolitik, sondern nach der nordrhein-westfälischen Landtagswahl von 1970 in Düsseldorf, in der Landespolitik fortsetzen.

"Köppler kommt!"

Köppler ließ sich in die Pflicht nehmen, als er 1970 in die nordrhein-westfälische Landespolitik wechselte. Mit seiner Person verband sich die Hoffnung, die seit dem Verlust der Regierungsmacht in Düsseldorf im Dezember 1966 währenden personalpolitischen Querelen in der CDU an Rhein und Ruhr beilegen zu können - Hoffnungen, die er nicht enttäuschen sollte. Seine besonderen menschlichen Fähigkeiten, also seine Aufrichtigkeit, seine Liebenswürdigkeit, seine Fähigkeit, auf Menschen zugehen zu können, prädestinierten ihn, die Rolle einer Integrationsfigur auszufüllen. Eine Person mit großer Integrationskraft war gerade in Nordrhein-Westfalen mit den damals noch zwei CDU-Landesverbänden und den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten gefragt.
„Köppler kommt" hieß es im Landtagswahlkampf 1970 - und Köppler kam. Unter seiner Führung wurde die CDU wieder stärkste politische Kraft in Nordrhein-Westfalen. Bei der Landtagswahl 1975 konnte Köppler als Spitzenkandidat die Position der CDU als stärkste Partei ausbauen. Doch selbst ein Ergebnis von 47,1 Prozent - das zweitbeste Ergebnis der CDU in der Geschichte nordrhein-westfälischer Landtagswahlen - reichte nicht aus, den Machtwechsel in Düsseldorf herbeizuführen. Da die FDP fest an der Seite der SPD stand, fehlte der Koalitionspartner. Ein Koalitionswechsel der FDP im bevölkerungsreichsten Bundesland hätte die sozial-liberale Regierung in Bonn, deren Vaterschaft die Sozialdemokraten und Freien Demokraten in Nordrhein-Westfalen für sich reklamierten, in ihrem Bestand erschüttert. Letztlich ist Heinrich Köppler - und darin ist Joachim Sobotta, dem langjährigen Chefredakteur der „Rheinischen Post", zuzustimmen - „am sozial-liberalen Zeitalter gescheitert".

Landespolitiker mit bundespolitischem Anspruch

Der Schwerpunkt seines politischen Wirkens lag im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Doch Köppler hat sich nie ausschließlich als Landespolitiker verstanden. Als Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Rheinland sowie des Präsidiums der CDU in Nordrhein-Westfalen konnte er bundespolitisch Einfluss nehmen. Von Bedeutung war sein Beitrag zur Konsolidierung der CDU Deutschlands in der ersten Hälfte der 1970er Jahre. Sein Wort hatte Gewicht, als Rainer Barzel 1971 zum neuen Bundesvorsitzenden der CDU gewählt wurde. Eine wichtige Rolle kam ihm auch 1973 beim Wechsel im Bundesparteivorsitz von Barzel zu Helmut Kohl zu. Bei der Wahl des Bundesparteivorsitzenden übte Köppler sowohl 1971 als auch 1973 unbestreitbar großen Einfluss aus, doch hingen seine Einflussmöglichkeiten nicht unerheblich von dem Zusammenspiel der beiden CDU-Landesverbände in Nordrhein-Westfalen ab. Funktionierte die Zusammenarbeit mit der CDU Westfalen-Lippe wie 1973, als er mit dem damaligen Vorsitzenden der westfälisch-lippischen Landespartei, Heinrich Windelen, Hand in Hand arbeitete und damit Barzel zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den CDU-Vorsitz zwingen konnte, war Köpplers Einfluss in der Bundespartei groß.
Der erzwungene Verzicht Barzels auf den CDU-Vorsitz im Frühjahr 1973 ist ein seltenes Beispiel für Köpplers Härte in der Politik. Er wusste um die Notwendigkeit, als Politiker über Härte zu verfügen und sie auch zu zeigen, doch ließ Köppler diese Härte oft vermissen. Härte hätte er beispielsweise gegenüber dem Landesvorsitzenden der Jungen Union Rheinland, Klaus Evertz, zeigen müssen, der im Sommer 1975 mit seiner öffentlich geäußerten massiven Kritik an Franz Josef Strauß für große Empörung im Unionslager sorgte und dadurch Köppler und der CDU im Rheinland erheblich geschadet hatte. Er beließ es bei Appellen und mahnenden Worten, anstatt Härte zu zeigen, die bis zur Ablösung von Evertz als Vorsitzender der Jungen Union Rheinland gereicht hätte - auf welchem Weg auch immer. Doch die in der Politik notwendige Härte ging dem Menschenfreund Köppler ab.

Faire Auseinandersetzung mit Biedenkopf um die Führung der CDU in NRW

Seit der verlorenen Landtagswahl von 1975 war seine Führungsposition in der CDU in Nordrhein-Westfalen nicht mehr unumstritten. Kurt Biedenkopf, ein Mann von hoher politischer Potenz, war ein ernsthafter Konkurrent um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 1980. Dennoch blieb Köppler gelassen, und dies nicht nur, weil er trotz des Autoritätsverlustes, den er seit der verlorenen Landtagswahl von 1975 erlitten hatte, bei einer Kampfabstimmung gegen Biedenkopf auf eine Mehrheit unter den Christdemokraten an Rhein und Ruhr rechnen durfte. Hier zeigte sich auch die Gelassenheit des Christen in der Politik. Wer Gott zutraut, dass er eingreift, wo es ihm notwendig erscheint, dem wird der Trubel des politischen Alltags die Besinnung so schnell nicht rauben können.
In dem Duell mit dem Vorsitzenden des CDU-Landesverbandes Westfalen-Lippe blieb er nicht nur gelassen, sondern er beachtete auch das Gebot der Fairness, das Gebot des politischen Anstandes. Köppler lehnte es ab, die Angriffsflächen, die Biedenkopf als Privatperson bot, auszunützen. Obwohl er aus seiner katholischen Grundhaltung heraus die Entwicklungen im Privatleben von Biedenkopf nicht gutheißen konnte, wusste Köppler zwischen dem Politiker und der Privatperson zu differenzieren und sah daher keinen Anlass für dessen Rücktritt vom westfälisch-lippischen Landesparteivorsitz.
Solidarität mit Biedenkopf übte Köppler auch Anfang 1979 im Zusammenhang mit der Kontroverse um dessen Memorandum zur Frage einer Neustrukturierung der CDU-Führung in Bonn. Auf dieser Basis konnte sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den beiden Politikern entwickeln. Diese Form der Zusammenarbeit wirkte sich auch auf die Kooperation der beiden CDU-Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe aus, die im Verlaufe des Jahres 1979 eine neue Qualität des Miteinanders annahm. Ein politisches Grundanliegen Köpplers, die Fusion der beiden CDU-Landesverbände, die er seit 1970 erstrebte, dabei aber nicht entscheidend vorangekommen war, schien greifbar nahe. Mit Biedenkopf vereinbarte er, die Gründung eines CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen nach der Landtagswahl 1980 in Angriff zu nehmen.
1980 nahm Heinrich Köppler seinen dritten Anlauf auf die Staatskanzlei in Düsseldorf. Es war zu erwarten, dass die SPD die Kontroverse um die Kanzlerkandidatur von Franz Josef Strauß nutzen würde, um die NRW-Wahl zu einer vorgezogenen Bundestagswahl umzufunktionieren, was die Wahlaussichten Köpplers schmälerte. Dass er im Falle einer erneuten Niederlage nicht mehr als Oppositionsführer zur Verfügung stand, stand fest, unklar war allerdings, was er in diesem Fall im Einzelnen plante. Ein Thema war ein Promotionsstudium. Bereits in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre hatte er promovieren wollen und deshalb bei Paul Mikat angefragt. Er wollte über „Rechtsfragen des Holografischen Testaments" promovieren, was sich damals allerdings aus zeitlichen bzw. beruflichen Gründen nicht realisieren ließ. Die Frage nach seiner Zukunft nach der Landtagswahl 1980 wurde gegenstandslos, als Köppler am 20. April 1980 der Herztod ereilte.

Menschlichkeit in der Politik - das Vermächtnis Heinrich Köpplers

Was bleibt von Heinrich Köppler in Erinnerung? Kann von einer Ära Köppler in Nordrhein-Westfalen gesprochen werden? Die große Tragik des Politikers Heinrich Köppler bestand darin, dass er die CDU in den 1970er Jahren wieder zur stärksten politischen Kraft in Nordrhein-Westfalen machte, aber er blieb in der Opposition und war damit nie in eine Position gekommen, in der er wirklich Politik gestalten konnte. Ihm blieb also die Möglichkeit verwehrt, seine alternativen Vorstellungen zur Politik der sozial-liberalen Landesregierungen unter den Ministerpräsidenten Heinz Kühn und Johannes Rau in der Bildungspolitik, in der Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik oder auch in der Frage der inneren Sicherheit in die Praxis umzusetzen. Deshalb ist es auch schwierig, von einer Ära Köppler in Nordrhein-Westfalen zu sprechen, versteht man unter Ära einen Zeitabschnitt in der Geschichte, dem eine Person ihren Stempel aufdrückt.
Auch wenn er nicht über diese Möglichkeiten aktiver politischer Gestaltung verfügte, hat Köppler Spuren seines politischen Wirkens in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus hinterlassen. Friedhelm Geraedts erwähnt in diesem Zusammenhang Köpplers „wesentlichen und dauerhaften Beitrag zur politischen Kultur unseres Landes", der darin bestand, Gegnerschaften offen zu bekennen und auszutragen, ohne aus diesen Gegnerschaften Feindschaften werden zu lassen. Dies galt sowohl innerparteilich als auch und nicht zuletzt in Bezug auf den politischen Gegner. Bei aller Notwendigkeit bisweilen harter Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition blieb bei Köppler zu keinem Zeitpunkt die (Mit-)Menschlichkeit in der Politik auf der Strecke. „Ihr Brief und Ihre Blumen waren die ersten", unterstrich Ministerpräsident Heinz Kühn im Juni 1976 in einem Dankesschreiben an den CDU-Oppositionsführer, „die mir Genesungswünsche in die Klinik brachten. (...) Sie haben mir in ihrem Brief, und mehr noch durch mündliche Wunschübermittlung, Zeichen warmherziger Anteilnahme bekundet. Es tut gut, dies über die Barrieren, die uns trennen, gelegentlich spüren zu dürfen."

Literaturhinweise

Geraedts, Friedhelm: Die vergessenen Jahre. Heinrich Köppler und zehn Jahre Oppositionspolitik in Nordrhein-Westfalen, Köln 1987.
Hitze, Guido: Verlorene Jahre? Die nordrhein-westfälische CDU in der Opposition 1975-1995. Teil I: 1975-1985, Düsseldorf 2010.
Kaff, Brigitte: Heinrich Köppler (1925-1980), in: Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 10, Münster 2001, S.211-224.
Kronenberg, Friedrich/Bernhard Vogel (Hrsg.): Heinrich Köppler. Christ und Politiker 1925-1980, Düsseldorf 1990.
Marx, Stefan: Heinrich Köppler (1925-1980). Politik aus christlicher Verantwortung, Düsseldorf 2006.

Stefan Marx