Heitmann, Steffen


* 08.09.1944 Dresden

Theologe, Jurist, Staatsminister, ev.

1963 Abitur in Dresden
1964-1969 Dienstanfänger in der evangelischen Kirchenverwaltung
Studium der Theologie und Altphilologie in Leipzig
Theologisches Staatsexamen
1969 Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen
1971-1973 Pfarrvikar bzw. Pfarrer in der Evangelischen Studentengemeinde Dresden
1973 Referent im Ausbildungsdezernat im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt in Dresden
1975-1981 kirchenjuristische Ausbildung
1982-1989 Leitung des Bezirkskirchenamtes Dresden als Kirchenamtsrat/Oberkirchenrat
1989 Juristischer Berater der "Gruppe der 20"
1989-1990 Mitglied der Basisdemokratischen Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Dresden
1990 Leitung der Fachgruppe "Verfassungs- und Verwaltungsreform" der Gemischten Kommission Baden-Württemberg/Sachsen
Leiter der Arbeitsgruppe "Verfassung"
Leiter des Arbeitsstabes Verfassung/Recht/Gerichtswesen im Koordinierungsausschuss für die Wiederherstellung des Landes Sachsen
1991 Eintritt in die CDU
1994-2009 Mitglied des sächsischen Landtags
1990-2000 Justizminister in Sachsen


Biographischer Werdegang

Als Justizminister - anfangs der einzige gebürtige ostdeutsche und dazu parteilos - erwarb Heitmann sich unbestrittene Verdienste bei der Erarbeitung der Verfassung des Freistaats Sachsen und beim Aufbau der Justiz nach westlich-rechtsstaatlichem Muster. Er war gegen eine Amnestie von DDR-Unrecht und forderte eine Verschlankung des juristischen Instanzenweges. 1993 war Heitmann für einige Wochen Kandidat der CDU für das Amt des Bundespräsidenten. Nach öffentlicher und parteiinterner Schelte wegen unbedachter Äußerungen vor allem zur Ausländer- und Familienpolitik zog er seine Kandidatur Ende November zurück; vielen Kritikern missfiel seine ausgeprägt konservative Grundhaltung. Im September 2000 trat Heitmann wegen massiver öffentlicher Kritik an seiner Amtsführung - angeblich hatte er das Dienstgeheimnis verletzt und in die Unabhängigkeit der Justiz eingegriffen - zurück.

Literatur

Die Revolution in der Spur des Rechts; Verdienst und Schwäche des Umbruchs in der früheren DDR (1996).


Manfred Agethen